Sprache ist eine Macht

Veröffentlicht am 22.05.2018 in Veranstaltungen

Was macht den Rechtspopulismus so attraktiv? Formuliert der Rechtspopulismus Einstellungen, die in der Bevölkerung schon immer vorhanden waren? Oder nutzt er die allgemeine Verunsicherung angesichts der vielschichtigen Veränderungsprozesse in unserer Welt? Wie verändert die Sprache des Populismus unser Zusammenleben? Zu diesen spannenden Fragen hat die SPD-Gartenstadt ins Bürgerhaus eingeladen. „Wölfe im Schafspelz? Rechtspopulismus in Baden-Württemberg“, heißt die hochkarätig besetzte Veranstaltung. Als Referenten begrüßte Andrea Jessen, Vorsitzende SPD-Gartenstadt im voll besetzen Bürgerhaus, den Mannheimer Abgeordneten Dr. Stefan Fulst-Blei und Stadträtin Prof. Dr. Heidrun Kämper, Institut für deutsche Sprache.

Die Sprachhistorikerin Heidrun Kämper untersuchte den Sprachgebrauch im Grundsatzprogramm der AfD. Der typische Ton des Programms sei denunzieren und provozieren, die sprachlichen Parallelen von völkisch-nationalistischen Texten aus der Weimarer Zeit und Passagen aus dem Grundsatzprogramm der AfD seinen unübersehbar. „Die Sprache ist eine Macht, mit der wir die Welt erst schaffen. Darum ist es wichtig wie wir sprechen und schreiben. Sprachliche Gewalt entsteht, wenn wir den ersten Satz unseres Grundgesetzes missachten, die Würde des Menschen ist unantastbar“, so Kämper.

Stefan Fulst-Blei berichtete aus seinen Erfahrungen im Landtag und rückte Beispiele aus der Praxis in den Mittelpunkt seines Vortrages. Die AfD beleidige und diffamiere die politische Konkurrenz, sie sei nicht an sachlicher Aufklärung interessiert, sondern an Vorverurteilung und Hetze. Die AfD deckt in ihren Reihen Antisemiten. Diese Thesen belegte Fulst-Blei aus Debatten und sozialen Medien. Es ist schädlich: „Dass diese Partei im Haushalt beispielsweise Mittel für die Popakademie in Mannheim kürzen wollte als auch Mittel für politische Bildung und Gedenkstättenarbeit“, so Fulst-Blei.

Nach den Vorträgen folgte eine rege und intensive Diskussion. Auch mit den Fragen: „Wie erreichen wir die Bürgerinnen und Bürger? Wie funktioniert die Aufklärung? Wieso kommt es in der Bevölkerung nicht zu einem Dejavu? Und auch der Satz, „Das hatten wir doch schon mal“, war zu hören. Andrea Jessen: „Der Titel der Veranstaltung „Wölfe im Schafspelz“ ist gut gewählt, denn die Redewendung wird für jemanden gebraucht, der schadensbringende Absichten durch ein harmloses Auftreten tarnt. Rechtspopulismus ist alles andere als harmlos.“

 

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